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    Cetirizin AL 10 mg/ml Tropfen

    Abbildung ähnlich
    Cetirizin AL 10 mg/ml Tropfen
    PZN 02756920 (10 ml)




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    1 Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

    Alle Preise verstehen sich inklusive MwSt. - Preisänderungen und Irrtum vorbehalten.

    Hersteller

    Hersteller:
    ALIUD PHARMA® GmbH
    Gottlieb-Daimler-Straße 19
    89150 Laichingen

    Telefon: 07333/96510
    Fax: 07333/9651-4000

    Artikelinformationen

    Fachinformation



    ALIUD PHARMA ®
    Cetirizin AL 10 mg/ml Tropfen zum Einnehmen, Lösung

    1. Bezeichnung des Arzneimittels


    Cetirizin AL 10 mg/ml Tropfen zum Einnehmen, Lösung

    2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung


    Ein ml Lösung zum Einnehmen (entsprechend 20 Tropfen) enthält 10 mg Cetirizindihydrochlorid.
    Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:
    1 ml Lösung zum Einnehmen enthält 1,35 mg Methyl-4-hydroxybenzoat, 0,15 mg Propyl-4-hydroxybenzoat, 350 mg Propylenglycol und 2,81 mg Natrium.
    Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

    3. Darreichungsform


    Tropfen zum Einnehmen, Lösung
    Klare, farblose Flüssigkeit

    4. Klinische Angaben



    4.1 Anwendungsgebiete


    Bei Erwachsenen und Kindern ab 2 Jahren
    • zur Linderung von nasalen und okularen Symptomen bei saisonaler und perennialer allergischer Rhinitis,
    • zur Linderung von Symptomen bei chronischer idiopathischer Urtikaria.

    4.2 Dosierung und Art der Anwendung


    Dosierung
    10 mg einmal täglich (20 Tropfen).
    Ältere Patienten
    Die Daten deuten nicht daraufhin, dass die Dosis bei älteren Menschen – soweit die Nierenfunktion unauffällig ist – reduziert werden muss.
    Mittelschwere bis schwere Einschränkung der Nierenfunktion
    Daten, die das Wirksamkeits-/Sicherheits-Verhältnis belegen, liegen für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion nicht vor. Da Cetirizin hauptsächlich über die Niere ausgeschieden wird (siehe Abschnitt 5.2), muss in Fällen, in denen keine alternative Behandlung angewendet werden kann, das Dosisintervall individuell der Nierenfunktion entsprechend angepasst werden. Die Dosisanpassung sollte gemäß der folgenden Tabelle vorgenommen werden.

    Dosisanpassung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion:

       
    NierenfunktionKreatinin-Clearance
    (ml/min)
    Dosierung und
    Einnahmehäufigkeit
    normal≥ 8010 mg 1-mal täglich
    leicht eingeschränkt50 – 7910 mg 1-mal täglich
    mäßig eingeschränkt30 – 495 mg 1-mal täglich
    stark eingeschränkt<305 mg 1-mal alle zwei Tage
    terminale Niereninsuffizienz –
    dialysepflichtige Patienten
    <10kontraindiziert


    Bei der Anwendung dieser Tabelle zur Dosisanpassung muss der Wert der Kreatinin-Clearance (CLcr ) des Patienten in ml/min abgeschätzt werden. Die CLcr in ml/min kann aus der Serum-Kreatinin-Konzentration (mg/dl) nach folgender Formel bestimmt werden:



    Eingeschränkte Leberfunktion
    Bei Patienten mit ausschließlich eingeschränkter Leberfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich.
    Gleichzeitig eingeschränkte Leber- und Nierenfunktion
    Eine Dosisanpassung wird empfohlen (siehe oben: Mittelschwere bis schwere Einschränkung der Nierenfunktion).

    Kinder und Jugendliche
    Kinder von 2 bis 6 Jahren
    2,5 mg zweimal täglich (5 Tropfen zweimal täglich).
    Kinder von 6 bis 12 Jahren
    5 mg zweimal täglich (10 Tropfen zweimal täglich).
    Jugendliche ab 12 Jahren
    10 mg einmal täglich (20 Tropfen).
    Bei Kindern und Jugendlichen mit eingeschränkter Nierenfunktion muss die Dosis unter Berücksichtigung der renalen Clearance, des Alters und des Körpergewichts individuell an den Patienten angepasst werden.

    Art der Anwendung

    Die Tropfen können auf einen Löffel gegeben oder in Wasser verdünnt und oral eingenommen werden.
    Falls die Verdünnung mit Wasser angewendet wird, sollte insbesondere bei der Verabreichung an Kinder berücksichtigt werden, dass die Menge Wasser, in der die Tropfen verdünnt werden, der Menge Wasser angepasst werden muss, die der Patient in der Lage ist, einzunehmen. Die verdünnte Lösung sollte sofort eingenommen werden.

    4.3 Gegenanzeigen


    • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Hydroxyzin oder andere Piperazin-Derivate, Methyl-4-hydroxybenzoat, Propyl-4-hydroxybenzoat oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile,
    • Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz mit einer Kreatinin-Clearance unter 10 ml/min.

    4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung


    Bei therapeutischen Dosierungen wurden im Zusammenhang mit Alkohol (bei einem Alkoholblutspiegel von 0,5 g/l) keine klinisch signifikanten Wechselwirkungen festgestellt. Dennoch ist bei gleichzeitiger Einnahme mit Alkohol Vorsicht geboten.
    Vorsicht ist geboten bei Patienten mit einer Prädisposition für Harnverhalt (z.B. Läsion des Rückenmarks, Prostatahyperplasie), da Cetirizin das Risiko eines Harnverhaltes erhöhen kann.
    Vorsicht ist bei Patienten mit Epilepsie und bei Patienten mit Krampfneigung angezeigt.
    Allergietests werden durch Antihistaminika gestört, sodass eine Auswaschphase von drei Tagen vor der Durchführung eines Allergietests erforderlich ist.

    Pruritus und/oder Urtikaria können bei Beendigung der Behandlung mit Cetirizin auftreten, selbst wenn diese Symptome vor Behandlungsbeginn nicht vorhanden waren. In manchen Fällen können die Symptome so stark sein, dass die Behandlung wieder aufgenommen werden muss. Die Symptome sollten abklingen, sobald die Behandlung wieder aufgenommen wurde.
    Kinder und Jugendliche
    Die Anwendung wird bei Säuglingen und Kleinkindern unter 2 Jahren nicht empfohlen.
    Sonstige Bestandteile
    Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro ml.

    4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen


    Aufgrund der Pharmakokinetik, Pharmakodynamik und des Verträglichkeitsprofils von Cetirizin sind keine Wechselwirkungen mit diesem Antihistaminikum zu erwarten. Tatsächlich wurden weder pharmakodynamische noch signifikante pharmakokinetische Wechselwirkungen in durchgeführten Interaktionsstudien berichtet, insbesondere nicht mit Pseudoephedrin und Theophyllin (400 mg/Tag).
    Das Ausmaß der Resorption von Cetirizin wird durch Nahrungsaufnahme nicht vermindert, obwohl die Resorptionsgeschwindigkeit herabgesetzt ist.

    4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit


    Schwangerschaft
    Es liegen nur sehr begrenzte klinische Daten zur Anwendung von Cetirizin bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Wirkungen auf die Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Entbindung oder postnatale Entwicklung schließen. Bei der Anwendung in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten.
    Stillzeit
    Cetirizin tritt in die Muttermilch über und erreicht in Abhängigkeit von der Messzeit nach Verabreichung Konzentrationen von 25% – 90% der im Serum gemessenen Spiegel. Daher ist bei der Anwendung in der Stillzeit Vorsicht geboten.

    4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen


    Objektive Messungen der Fahrtüchtigkeit, Schlaflatenz und Leistung am Fließband haben bei der empfohlenen Dosis von 10 mg Cetirizin keine klinisch relevanten Wirkungen gezeigt.
    Daher sollten Patienten, die Auto fahren wollen, ohne sicheren Halt arbeiten oder Maschinen bedienen, die empfohlene Dosis nicht überschreiten und die individuelle Reaktion auf das Arzneimittel abwarten.
    Bei empfindlichen Patienten kann die gleichzeitige Einnahme mit Alkohol oder zentral dämpfenden Mitteln zu einer zusätzlichen Reduktion der Aufmerksamkeit und einer Leistungsbeeinträchtigung führen.

    4.8 Nebenwirkungen


    In klinischen Studien wurde gezeigt, dass Cetirizin in der empfohlenen Dosis nur geringe Nebenwirkungen auf das zentrale Nervensystem hat, einschließlich Schläfrigkeit, Müdigkeit, Schwindel und Kopfschmerzen. In einigen Fällen wurde eine paradoxe Stimulierung des zentralen Nervensystems beobachtet.
    Obwohl Cetirizin ein selektiver peripherer H1 -Rezeptorantagonist und relativ frei von anticholinergen Wirkungen ist, wurden Einzelfälle von Miktionsbeschwerden, Akkommodationsstörungen der Augen und Mundtrockenheit gemeldet.
    Es wurden Fälle von abnormer Leberfunktion mit erhöhten Leberenzymen sowie erhöhten Bilirubinwerten berichtet. In den meisten Fällen kam es nach Beendigung der Cetirizindihydrochlorid-Behandlung zu einem spontanen Rückgang dieser Erscheinungen.
    Klinische Studien
    Sicherheitsdaten liegen für mehr als 3.200 Probanden vor, bei denen Cetirizin angewendet wurde und die an doppelblinden kontrollierten klinischen Studien zum Vergleich von Cetirizin mit Placebo oder anderen Antihistaminika in der empfohlenen Dosis (10 mg Cetirizin täglich) teilnahmen. Bei Zusammenfassung dieser Daten wurden in den Placebo-kontrollierten Studien die folgende Inzidenz von Nebenwirkungen für Cetirizin 10 mg mit einer Häufigkeit von 1,0% oder mehr berichtet:
    Siehe Tabelle
    Obwohl statistisch mit größerer Häufigkeit als unter Placebo aufgetreten, war Schläfrigkeit in den meisten Fällen leicht bis mittelschwer ausgeprägt. Wie auch in anderen Studien haben objektive Untersuchungen nachgewiesen, dass mit der empfohlenen Tagesdosis bei gesunden jungen Probanden die normalen Alltagstätigkeiten unbeeinträchtigt bleiben.
    Unerwünschte Arzneimittelreaktionen mit Häufigkeiten von 1% oder mehr bei Kindern im Alter von 6 Monaten bis 12 Jahren in Placebo-kontrollierten klinischen oder klinisch-pharmakologischen Studien waren:
    Siehe nebenstehende Tabelle

       
    Nebenwirkung
    (WHO-ART)
    Cetirizin 10 mg
    (n = 3.260)
    Placebo
    (n = 3.061)
    Körper als Ganzes – allgemeine Störungen
    • Müdigkeit.
    1,63%0,95%
    Erkrankungen des zentralen und peripheren
    Nervensystems
    • Schwindel
    • Kopfschmerzen.
    1,10%
    7,42%
    0,98%
    8,07%
    Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • Abdominalschmerzen
    • Mundtrockenheit
    • Übelkeit.
    0,98%
    2,09%
    1,07%
    1,08%
    0,82%
    1,14%
    Psychiatrische Erkrankungen
    • Schläfrigkeit.
    9,63%5,00%
    Erkrankungen der Atemwege
    • Pharyngitis.
    1,29%1,34%

    Erfahrungen seit der Markteinführung
    Neben den Nebenwirkungen, die im Rahmen klinischer Studien gemeldet wurden und oben aufgeführt sind, wurde über folgende Nebenwirkungen seit Markteinführung berichtet.
    Die Nebenwirkungen sind nachfolgend nach MedDRA System-Organklassen und geschätzten Häufigkeiten auf Grundlage der Erfahrungen seit der Markteinführung aufgeführt.
    Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, <1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000, <1/100), selten (≥ 1/10.000, <1/1.000), sehr selten (<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
    Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    Sehr selten: Thrombozytopenie.
    Erkrankungen des Immunsystems
    Selten: Überempfindlichkeit.
    Sehr selten: Anaphylaktischer Schock.
    Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    Nicht bekannt: gesteigerter Appetit.
    Psychiatrische Erkrankungen
    Gelegentlich: Agitiertheit.
    Selten: Aggression, Verwirrtheit, Depression, Halluzinationen, Schlaflosigkeit.
    Sehr selten: Tics.
    Nicht bekannt: Suizidgedanken, Alpträume.
    Erkrankungen des Nervensystems
    Gelegentlich: Parästhesie.
    Selten: Konvulsionen, Bewegungsstörungen.
    Sehr selten: Dysgeusie, Synkope, Tremor, Dystonie, Dyskinesie.
    Nicht bekannt: Amnesie, Gedächtnisstörungen.
    Augenerkrankungen
    Sehr selten: Akkommodationsstörungen, verschwommenes Sehen, Okulogyration.
    Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    Nicht bekannt: Vertigo.
    Herzerkrankungen
    Selten: Tachykardie.
    Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    Gelegentlich: Diarrhö.
    Leber- und Gallenerkrankungen
    Selten: Auffällige Leberfunktion (erhöhte Werte für Transaminasen, alkalische Phosphatase, γ-GT und Bilirubin).
    Nicht bekannt: Hepatitis.
    Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    Gelegentlich: Pruritus, Ausschlag.
    Selten: Urtikaria.
    Sehr selten: Quincke-Ödem, fixes Arzneimittelexanthem.
    Nicht bekannt: akut generalisiertes, pustulöses Exanthem.
    Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    Nicht bekannt: Arthralgie.
    Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    Sehr selten: Dysurie, Enuresis.
    Nicht bekannt: Harnverhalt.
    Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    Gelegentlich: Asthenie, Unwohlsein.
    Selten: Ödeme.
    Untersuchungen
    Selten: Gewichtszunahme.
       
    Nebenwirkung
    (WHO-ART)
    Cetirizin
    (n = 1656)
    Placebo
    (n = 1294)
    Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • Diarrhö.
    1,0%0,6%
    Psychiatrische Erkrankungen
    • Schläfrigkeit.
    1,8%1,4%
    Erkrankungen der Atemwege
    • Rhinitis.
    1,4%1,1%
    Körper als Ganzes – allgemeine Störungen
    • Müdigkeit.
    1,0%0,3%


    Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
    Nach Absetzen von Cetirizin wurde von Pruritus (intensiver Juckreiz) und/oder Urtikaria berichtet (siehe Abschnitt 4.4). Methyl-4-hydroxybenzoat und Propyl-4-hydroxybenzoat können Überempfindlichkeitsreaktionen, auch Spätreaktionen, hervorrufen.
    Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
    Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem
    Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
    Abt. Pharmakovigilanz
    Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3
    D-53175 Bonn
    Website: www.bfarm.de
    anzuzeigen.

    4.9 Überdosierung


    Symptome
    Die Symptome, die nach einer Cetirizin-Überdosierung beobachtet wurden, stehen meist in Zusammenhang mit ZNS-Wirkungen oder Wirkungen, die auf einen anticholinergen Effekt deuten könnten. Nach Einnahme von mindestens dem Fünffachen der empfohlenen Tagesdosis wurden als Nebenwirkungen gemeldet: Verwirrtheit, Diarrhö, Schwindel, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Unwohlsein, Mydriasis, Pruritus, Ruhelosigkeit, Sedierung, Schläfrigkeit, Stupor, Tachykardie, Tremor und Harnretention.
    Behandlung
    Es gibt kein bekanntes spezifisches Antidot gegen Cetirizin. Bei einer Überdosierung wird eine symptomatische oder unterstützende Behandlung empfohlen. Kurze Zeit nach Auftreten einer Überdosierung kann auch eine Magenspülung erwogen werden. Cetirizin wird durch eine Dialyse nur unvollständig entfernt.

    5. Pharmakologische Eigenschaften



    5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften


    Pharmakotherapeutische Gruppe: Piperazin-Derivate, Cetirizin
    ATC-Code: R06AE07
    Cetirizin, beim Menschen ein Metabolit von Hydroxyzin, ist ein wirksamer und selektiv peripherer H1 -Rezeptorantagonist. In-vitro-Rezeptorbindungsstudien haben keine messbare Affinität zu anderen, als den H1-Rezeptoren, ergeben.
    Zusätzlich zu seinen antihistaminischen Wirkungen wurden für Cetirizin antiallergische Aktivitäten beobachtet: Eine Dosis von 10 mg 1- oder 2-mal täglich, hemmt die späte Rekrutierungsphase von Eosinophilen in der Haut und Bindehaut von atopischen Personen nach Allergenexposition.
    In Studien an gesunden Probanden wurde gezeigt, dass Cetirizin in Dosierungen von 5 und 10 mg die Quaddel- und Erythembildung stark hemmt, die durch sehr hohe in die Haut eingebrachte Konzentrationen von Histamin provoziert wurde. Ein Zusammenhang zur Wirksamkeit konnte jedoch nicht hergestellt werden.
    In einer 35-tägigen Studie an Kindern im Alter von 5 bis 12 Jahren wurde keine Gewöhnung an die antihistaminische Wirkung (Unterdrückung der Quaddel- und Erythembildung) von Cetirizin festgestellt. Wenn eine Behandlung mit Cetirizin nach wiederholter Gabe abgesetzt wird, erlangt die Haut die normale Reaktivität gegenüber Histamin innerhalb von 3 Tagen zurück.
    In einer sechswöchigen, Placebo-kontrollierten Studie an 186 Patienten mit allergischer Rhinitis und gleichzeitig leichtem bis mittelschwerem Asthma führten 10 mg Cetirizin 1-mal täglich zu einer Verbesserung der Rhinitissymptome ohne eine Veränderung der Lungenfunktion. Diese Studie unterstützt die Sicherheit der Anwendung von Cetirizin bei allergischen Patienten mit leichtem bis mittelschwerem Asthma.
    In einer Placebo-kontrollierten Studie wurde Cetirizin in der hohen Tagesdosis von 60 mg über sieben Tage verabreicht und löste keine statistisch signifikante Verlängerung des QT-Intervalls aus.
    In der empfohlenen Dosis bessert Cetirizin nachweislich die Lebensqualität von Patienten mit perennialer und saisonaler allergischer Rhinitis.

    5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften


    Die maximalen Plasmakonzentrationen im Steady State betragen etwa 300 ng/ml und werden innerhalb von 1,0 ± 0,5 Stunden erreicht. Bei Dosen von 10 mg täglich über 10 Tage wurde keine Anreicherung von Cetirizin beobachtet. Die Verteilung der pharmakokinetischen Parameter, wie die maximale Plasmakonzentration (Cmax ) und die Fläche unter der Kurve (AUC), ist bei menschlichen Probanden unimodal. Das Ausmaß der Resorption von Cetirizin wird durch Nahrung nicht verringert, obwohl die Resorptionsgeschwindigkeit niedriger ist. Die Bioverfügbarkeit von Cetirizin als Lösung, Kapseln oder Tabletten ist vergleichbar.
    Das scheinbare Verteilungsvolumen beträgt 0,50 l/kg. Die Plasmaproteinbindung von Cetirizin beträgt 93 ± 0,3%. Cetirizin verändert die Proteinbindung von Warfarin nicht. Cetirizin unterliegt keinem ausgeprägten First-Pass-Effekt. Etwa zwei Drittel der Dosis werden unverändert mit dem Harn ausgeschieden. Die terminale Halbwertszeit beträgt in etwa 10 Stunden.
    Cetirizin hat über den Bereich von 5 bis 60 mg eine lineare Kinetik.
    Besondere Patientengruppen
    Ältere Patienten
    Nach einer oralen Einzelgabe von 10 mg Cetirizin an 16 ältere Patienten stieg die Halbwertszeit im Vergleich zu gesunden Probanden um etwa 50% an und die Clearance nahm um 40% ab. Die Abnahme der Cetirizin-Clearance bei diesen älteren Probanden stand anscheinend in Zusammenhang mit ihrer reduzierten Nierenfunktion.
    Kinder und Jugendliche
    Die Halbwertszeit von Cetirizin betrug bei Kindern von 6 – 12 Jahren etwa 6 Stunden und bei Kindern von 2 – 6 Jahren 5 Stunden. Bei Säuglingen und Kleinkindern zwischen 6 und 24 Monaten ist sie auf 3,1 Stunden reduziert.
    Eingeschränkte Nierenfunktion
    Die Pharmakokinetik der Substanz war bei Patienten mit leichter Beeinträchtigung (Kreatinin-Clearance größer als 40 ml/min) und gesunden Probanden vergleichbar. Bei Patienten mit mittelschwer eingeschränkter Nierenfunktion war im Vergleich zu gesunden Probanden die Halbwertszeit um das 3-Fache erhöht und die Clearance um 70% reduziert. Bei Hämodialyse-Patienten (Kreatinin-Clearance unter 7 ml/min) wurde nach einer oralen Einzelgabe von 10 mg Cetirizin im Vergleich zu gesunden Probanden eine 3-fache Erhöhung der Halbwertszeit und eine 70%ige Reduzierung der Clearance beobachtet. Cetirizin war nur in geringem Ausmaß hämodialysierbar. Bei Patienten mit mittelschwer bis schwer eingeschränkter Nierenfunktion ist eine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 4.2).
    Eingeschränkte Leberfunktion
    Bei Patienten mit chronischen Leberkrankheiten (hepatozellulärer, cholestatischer und biliärer Zirrhose) war nach einer Einzeldosis von 10 oder 20 mg Cetirizin im Vergleich zu gesunden Probanden die Halbwertszeit um 50% verlängert, zusammen mit einer 40%igen Reduzierung der Clearance. Eine Dosisanpassung ist bei eingeschränkter Leberfunktion nur bei gleichzeitiger Einschränkung der Nierenfunktion erforderlich.

    5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit


    Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter Gabe, Reproduktionstoxizität, Genotoxizität und zum kanzerogenen Potenzial lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

    6. Pharmazeutische Angaben



    6.1 Liste der sonstigen Bestandteile


    Essigsäure 99%, Glycerol, Methyl-4-hydroxybenzoat (Ph.Eur.), Natriumacetat, Propyl-4-hydroxybenzoat (Ph.Eur.), Propylenglycol, Saccharin-Natrium, Gereinigtes Wasser.

    6.2 Inkompatibilitäten


    Nicht zutreffend.

    6.3 Dauer der Haltbarkeit


    4 Jahre
    Nach dem Öffnen ist die Lösung 9 Wochen haltbar.

    6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung


    Nicht über 30 °C lagern.

    6.5 Art und Inhalt des Behältnisses


    Braune Glasflasche (Typ III) mit Tropfeinsatz (LDPE) und kindergesichertem PP-Verschluss.
    Originalpackung mit 10 ml Tropfen zum Einnehmen, Lösung
    Originalpackung mit 2× 10 ml Tropfen zum Einnehmen, Lösung

    6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung


    Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

    7. Inhaber der Zulassung


    ALIUD PHARMA ® GmbH
    Gottlieb-Daimler-Str. 19
    89150 Laichingen
    Telefon: 07333 9651-0
    Telefax: 07333 9651-6004
    info@aliud.de

    8. Zulassungsnummer


    62388.00.00

    9. Datum der Erteilung der Zulassung


    18. Januar 2006

    10. Stand der Information


    Mai 2019

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